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Factoring Begriffe

15. Mai 2015 · Beitrag von Jan Pieper in den Kategorien: Verrechnungsstelle für Freelancer

Unter Factoring versteht man den Ankauf von Forderungen zum Zwecke der Umsatzfinanzierung. Dabei tritt der Factoringkunde seine Ansprüche aus seiner Tätigkeit oder Warenlieferungen an ein Factoringunternehmen ab und erhält im Gegenzug eine umsatzkongruente Vorfinanzierung. Üblicherweise geht es dabei um gestellte und fällige Rechnungen über erbrachte Leistungen. Als Leistungsmerkmale können Ausfallschutz und Forderungs- bzw. Honorarmanagement hinzutreten.

Wirtschaftlich betrachtet ist Factoring eine Alternative zum kurzfristen Kreditgeschäft, bei dem durch eine Bank die Außenstände eines Unternehmens oder Freiberuflers (vor)finanziert werden, damit die laufenden Verpflichtungen fristgerecht erfüllt werden können. Ob und inwieweit dann auch Rechnungen gestellt sind, die eine Rückführung der Finanzierung sicherstellen, ist dabei nicht entscheidend. Der Unterschied zur Bankfinanzierung besteht beim Factoring darin, dass eine Bank sich sicher sein muss, dass der Kreditnehmer den Kredit auch zurückzahlen kann. Sicherheiten werden für den Fall hereingenommen, dass sich die Bank bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit ihres Kunden täuscht. Beim Factoring tritt der Factoringkunde seine Forderungen aus seiner Tätigkeit gegenüber seinen eigenen Kunden (Debitoren) an ein Factoringunternehmen ab und stellt sicher, dass diese ausschließlich an das Factoringunternehmen zahlen. Im Gegenzug zahlt das Factoringunternehmen den Gegenwert der Forderungen bzw. Rechnungen an den Factoringkunden aus. Die Rückzahlung der Finanzierung erfolgt dann durch die Debitoren. Aus diesem Grunde werden grundsätzlich zum Factoring nur Rechnungen über bereits erbrachte Leistungen zugelassen. Der Debitor könnte ansonsten bei nicht erbrachter Leistung wirksam Einwendungen gegen den Rechnungsausgleich erheben.

Factoring ist in Deutschland seit 2008 reguliert. Das bedeutet, dass jedes Factoringunternehmen über eine entsprechende Zulassung verfügen muss. Fehlt die Zulassung, können Bafin und Bundesbank verlangen, dass der Geschäftsbetrieb eingestellt wird.

In der Vergangenheit litt das Factoring unter dem Vorurteil, eine Finanzierungsform für Kunden zu sein, deren Bonität schlecht ist. Nach unserer Beobachtung ist das nicht mehr haltbar. Eine Auswertung unseres Kundenbestandes zeigt im Gegenteil, dass wir im Durchschnitt von Kunden mit guter Bonität genutzt werden, die neben der erbrachten Finanzierung eben auch unsere Dienstleistung nutzen wollen, um Zeit für das Mandat zu haben.


Über den Autor

Jan Pieper

Er gehört zu den zentralen Köpfen hier in der Verrechnungsstelle: als einer der ursprünglichen Ideengeber, Vertriebsprofi und Verantwortlicher für kaufmännischen Aspekte. Kennt alle Stellräder und weiß jeden Fachbegriff zu erläutern.


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